Tag des Ehrenamts

Zum Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember 2002 erklärt der Bundestagsabgeordnete Manfred Zöllmer, Mitglied des Ausschusses für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft:

Von manchen wird oft abfällig von „Vereinsmeierei“ gesprochen, wenn sich Bürgerinnen und Bürger beispielsweise in Vereinen engagieren. Wer so spricht hat wahrscheinlich noch nie die Genugtuung erlebt, sich mit anderen für ein gemeinsames Ziel oder eine Idee in der Freizeit zu engagieren.

Unser Land ist ohne ehrenamtliche Arbeit überhaupt nicht denkbar. Über 22 Millionen Menschen sind in den unterschiedlichsten Organisationen, Gruppierungen und Vereinen freiwillig ehrenamtlich tätig. In Wuppertal sind es über 20.000 Menschen. Ob Sport- oder Gesangsvereine, Selbsthilfegruppen, Parteien, Gewerkschaften oder die Freiwillige Feuerwehr: überall setzen sich begeisterungsfähige Menschen für das Gemeinwohl ein. Dabei steht häufig die Freude über das Engagement im Vordergrund. Sehr oft arbeiten Bürgerinnen und Bürger aber auch mit anderen zusammen, weil sie ein Anliegen mit ihrer Tätigkeit verfolgen, ihnen Dinge wichtig sind oder sie sich moralisch zur Hilfe verpflichtet fühlen. All diesen Menschen soll am Tag des Ehrenamtes ausdrücklich gedankt werden. Ein Gemeinwesen ohne Ehrenamt ist nicht vorstellbar. Eine Gesellschaft der Individualisten nicht erstrebenswert. Doch es geht nicht nur um Dank oder den ein oder anderen „warmen Händedruck“. Unsere Koalition hat sich bereits in der letzten Legislaturperiode energisch für die Anerkennung und Förderung des Ehrenamtes eingesetzt und wird dies auch künftig tun. Unsere Politik hat in den letzten vier Jahren an vielen Stellen Verbesserungen erwirkt, die das Ehrenamt unterstützen. Das Steuerstiftungsrecht ist erheblich verbessert worden, so daß es veränderte steuerliche Abzugsmöglichkeiten für Zuwendungen an gemeinnützige Stiftungen gibt. Die rot-grüne Regierungskoalition hat zur Erweiterung der Plätze der Freiwilligendienste (Freiwilliges Soziales Jahr und Freiwilliges Ökologisches Jahr) zusätzlich 5 Millionen € zur Verfügung gestellt. Die SPD-Bundestagsfraktion hat durchgesetzt, daß es verbesserte Fördermöglichkeiten für Selbsthilfegruppen, – organisationen und -kontaktstellen für chronisch Kranke oder Behinderte durch die Krankenkassen gibt. Auch in Wuppertal hat sich die SPD erfolgreich dafür eingesetzt, daß die Einteilung von Sanitätskräften nach der sogenannten Maurer-Liste reduziert wurde und damit Vereine und Organisatoren finanziell entlastet wurden. Viele weitere Maßnahmen wären zu nennen. Diese haben die Rahmenbedingungen für ehrenamtliches Engagement auch in Wuppertal deutlich verbessert. In diesem Jahr wurde der Bericht der Enquete-Kommission „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements“ vorgelegt. Die vielen darin enthaltenen Empfehlungen sollen sobald wie möglich umgesetzt werden und weitere Verbesserungen für das bürgerschaftliche Engagement und das Ehrenamt zu erreichen. Diese Regierung bleibt am Ball, achtet und würdigt nicht nur die freiwillige Arbeit, sondern will sie weiterhin verbessern und fördern. Als Bundestagsabgeordneter werde ich dies nachdrücklich unterstützen.

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