Ältere Menschen machen unsere Gesellschaft stärker und reicher

Anlässlich des Tages der älteren Generation am 6. April 2005 erklärt der Wuppertaler Bundestagsabgeordnete Manfred Zöllmer: Ältere Menschen sind überall im Einsatz. Viele betreuen ihre Enkel und ermöglichen damit ihren Kindern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Andere kümmern sich um den Umweltschutz oder beraten Existenzgründer. Wieder andere pflegen die eigenen Eltern oder andere Hilfebedürftige. Das ehrenamtliche Engagement der Älteren ist groß. Rund ein Viertel der über 64-jährigen sind aktiv. Ohne die Mitwirkung und das Engagement älterer Menschen wäre unsere Gesellschaft ärmer.

Viele ältere Menschen nutzen ihre Kompetenzen und ihr Erfahrungswissen. Doch das ist leider nicht die Regel. Gerade in der Arbeitswelt liegen die Potenziale der Älteren zum größten Teil brach. In der Altersgruppe der 55- bis 64-jährigen sind nur noch 40 Prozent erwerbstätig. Dies ist Ausdruck einer überholten Personalpolitik vieler Unternehmen, die einseitig auf Jüngere setzt. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels ist diese Praxis nicht zukunftstauglich. Die Betriebe müssen endlich lernen umzudenken.

Anderen Ländern gelingt es wesentlich besser, ihre Älteren ins Erwerbsleben zu integrieren. Schweden ist Vorbild. Dort arbeiten noch 69 Prozent der 55- bis 64-jährigen. Auch Großbritannien liegt mit einer Quote von 56 Prozent deutlich vor uns. Beschäftigung Älterer und wirtschaftlicher Erfolg gehen hier Hand in Hand. Die Bundesregierung hat die Arbeitsgruppe „Potenziale älterer Menschen in Wirtschaft und Gesellschaft“ eingesetzt, die unter Einbeziehung von Tarifpartnern und Wissenschaftlern die Bedingungen für längere Erwerbstätigkeit ausloten soll. Fest steht schon jetzt, dass dem lebenslangen Lernen und der Weiterbildung hierbei größte Bedeutung zukommen. Wer die Zukunft sichern will, muss auch das ehrenamtliche Engagement der Älteren stärken. Beispielhaft ist das Modellprogramm EFI „Erfahrungswissen für Initiativen“, mit dem die Bundesregierung die Weitergabe von Wissen zwischen den Generationen fördert. Außerdem unterstützt sie seit Herbst den Aufbau generationenübergreifender Freiwilligendienste. Ob es uns gelingen wird, mehr Ältere für freiwilliges Engagement zu begeistern und zu gewinnen, hängt aber auch entscheidend von den Altersbildern in unser aller Köpfen ab. Wer sich selbst nicht zum „alten Eisen“ zählt, wer um seine Stärken und Kompetenzen weiß, wird sich auch einbringen. Neue Altersbilder zu prägen, ist Aufgabe für uns alle. Eine Gesellschaft mit starken Alten wird den demographischen Wandel bewältigen. Eine Gesellschaft, die allen Menschen unabhängig von ihrem Alter Chancen auf Teilhabe einräumt, wird stärker und reicher sein.

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