Zusatzstoffe in Zigaretten bekannt gemacht

Zur Veröffentlichung der Liste zu den Zusatzstoffen in Tabakprodukten erklärt der stellvertretende Sprecher der Arbeitsgruppe für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Manfred Zöllmer: Das Recht auf Information ist ein Grundrecht der Verbraucher. Dies gilt besonders bei einem suchterzeugenden Produkt, durch dessen Konsum mehr Menschen sterben als durch Alkohol, illegale Drogen, Verkehrsunfälle, Aids, Morde und Selbsttötungen zusammen – jährlich mehr als 120.000 Menschen.

Die Veröffentlichung der Liste zu den Zusatzstoffen in Tabakprodukten durch das Bundesverbraucherministerium schafft erstmals Transparenz in diesem Bereich. Hersteller und Einführer sind verpflichtet, Listen über die verwendeten Zusatzstoffe vorzulegen. Das Bundesverbraucherministerium hat nun den Inhalt dieser Liste den Verbraucherinnen und Verbrauchern zur Einsicht im Internet bekannt gegeben.

Die Zigarettenhersteller beschäftigen Heerscharen von Chemikern und Physiologen, um ihre Erzeugnissen durch raffinierteste chemische Zusätze attraktiv zu machen. Sie bauen in ihre Produkte, das ist seit langem bekannt, so genannte Sucht-Turbolader ein. Die Tabakindustrie „fixt“ die jungen Raucher mit verlockenden, kindlich-vertrauten Aromen an, steigert auf chemischem Wege die Abhängigkeit der Gewohnheitsraucher und erhöht deren Zigarettenhunger. Etliche dieser Stoffe wie Zucker sind auch in Lebensmitteln zugelassen und gelten zunächst als unschädlich. Zusatzstoffe wie Kakao und Honig scheinen Geschmack, Aroma und die Bioverfügbarkeit von Nikotin zu beeinflussen. Damit soll die Reizwirkung verringert und die Akzeptanz bei den Verbrauchern, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, erhöht werden. Wissenschaftler gehen davon aus, dass durch die Verbrennung der Zusatzstoffe beim Rauchen gesundheitsgefährdende Stoffe entstehen können. Diese Substanzen müssen jetzt wissenschaftlich überprüft und gegebenenfalls auch verboten werden.

Die Äußerungen von Union und FDP zu diesem Thema belegen wieder einmal eindrucksvoll wie gering entwickelt verbraucherpolitisches Bewusstsein in der Opposition ist. Von Verbot bis Verschleierung geht die Palette der Wortmeldungen. Die Opposition sollte endlich die Verbraucherinnen und Verbraucher ernst nehmen. Ein informierter Verbraucher braucht keine Bevormundung.

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