Versicherungsvermittlergesetz schafft Transparenz

Mit dem neuen Gesetz für Versicherungsvermittler setzt die Bundesregierung eine EU-Richtlinie um, welche die Verbraucher vor unkundigen Versicherungsvertretern schützen und Schadensersatzforderungen der Kunden vereinfachen soll. Erstmalig unterliegt der Beruf des Versicherungsvertreters eindeutigen Vorschriften und Regeln.

– Zulassungspflicht: Ab dem 22. Mai muss ein Versicherungsvertreter eine Genehmigung vorweisen. Unternehmen wie Tchibo oder Fielmann, die nur nebenher Policen vermitteln, sind davon ausgenommen. – Qualifikation: Ausreichende Fachkenntnisse sind Vorraussetzung für die Zulassung als Versicherungsvermittler. Ebenso geordnete Vermögensverhältnisse des Vermittlers. – Transparenz: Der Vermittler ist verpflichtet, dem Kunden gegenüber mitzuteilen, ob er nur die Policen einer Versicherungsgesellschaft vermitteln darf, oder ob er für mehrere Gesellschaften tätig ist. Auch muss der Vermittler künftig offen legen, wie viel Provision er an dem jeweiligen Geschäft verdient. – Beratungspflicht: Das neue Gesetz verpflichtet den Vermittler, den Verbraucher ordentlich und sachkundig zu beraten. Es muss der objektive Bedarf des Kunden ermittelt werden. Die Beratung richtet sich nach der Komplexität der gewünschten Versicherung, der Person und der Situation des Kunden. Ein erteilter Rat muss begründet werden und nachvollziehbar sein. – Dokumentation: Der Vermittler muss den Beratungsprozess genauestens dokumentieren und abschließend ein Protokoll dazu erstellen, welches dem Kunden spätestens nach Abschluss eines Vertrages in Textform ausgehändigt werden muss. Zwar kann der Verbraucher auf eine Dokumentation verzichten, muss dies aber schriftlich erklären. Experten raten von einem Verzicht allerdings dringend ab. – Haftung: Im Falle einer Falschberatung haftet der Vermittler. Bei klassischen Versicherungsvertretern haftet die jeweilige Gesellschaft. Makler müssen eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung in Höhe von einer Million Euro abschließen. Außerdem gilt eine falsche oder unzureichende Beratung als Ordnungswidrigkeit, für die der Vermittler zur Verantwortung gezogen werden kann. Mit dem neuen Gesetz wird sich die Spreu vom Weizen trennen. Trotz des neuen Gesetzes sind die Verbraucherinnen und Verbraucher aufgefordert, wachsam zu bleiben, da der Kunde trotz der neuen Transparenz im Allgemeinen nicht weiß, wen er genau vor sich hat.

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