China: Mangelhafte Produktsicherheit auch bei Spielwaren

Zum wiederholten Mal in nur zwei Wochen müssen in China hergestellte Spielwaren und Kinderartikel aus dem Handel genommen werden. Grund: Nachdem zunächst Spuren von Blei festgestellt worden sind, wurden nun Konzentrationen von Konservierungsmittel in Kinderlätzchen weit über den für gesundheitlich unbedenklichen Grenzwerten entdeckt.

Produktsicherheitskontrollen sind so wichtig wie nie zuvor. Allein der TÜV Süd kontrolliert jährlich mehr als 20.000 Konsumgüter auf Mängel. Zwei Drittel der für mangelhaft befundenen Produkte kommen dabei aus China. Besonders alarmierend erscheint hier, dass mittlerweile die Spielwaren sogar die Elektrogeräte vom Platz 1 der Mängelliste verdrängt haben. Umso erschütterlicher sind die neuen Befunde, da die Überschreitungen der Grenzwerte ein gesundheitsschädigendes Ausmaß erreicht haben.

Um Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland zu schützen, ist das strikte Überwachen und Einhalten der europäischen Qualitäts- und Sicherheitsstandards von großer Wichtigkeit. Zwar wurden bereits einige Erfolge in der Zusammenarbeit mit China erzielt, wie der aktuelle Skandal jedoch zeigt, handelt es sich bei China in punkto Sicherheit weiterhin um ein Entwicklungsland.

Ursache der bedrohlichen Produktqualität sind in aller Regel die deprimierenden Arbeits- und Produktionsbedingungen in China. „Wenn man sieht wie in China mit den Menschen und der Umwelt umgegangen wird, zeigt dies ein erschreckendes Missverhältnis und frühkapitalistische Verhältnisse“, kommentierte Manfred Zöllmer gegenüber der Rheinischen Post.

Nicht zuletzt sind diese Zustände meist auf die niedrigen Marktpreise der Produkte zurückzuführen. Neben dem Schutz, den die notwendigen Produktkontrollen bieten, kann sich der Verbraucher auch selber schützen, indem er gezielt auf zertifizierte Produkte zugreift. Der Griff zu hochwertigen Artikeln und die Abkehr von der weitverbreiteten Geiz-ist-geil-Mentalität kann nicht nur den Konsumenten helfen, unliebsamen Überraschungen und ernstzunehmenden Gesundheits- und Sicherheitsrisiken zu entgehen, sondern auch dazu beitragen, den nötigen Druck auf die chinesische Politik auszuüben, sich stärker für Produktions- und Arbeitsstandards einzusetzen. Diese Verantwortlichkeit betrifft auch die Unternehmen, die in China produzieren lassen.

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