Internationaler Frauentag

Obwohl der Internationale Frauentag oder Weltfrauentag beinahe 100 Jahre alt ist, führt dieser Gedenktag, der am 8. März weltweit begangen wird heute leider eher ein Schattendasein. Der internationale Frauentag hat eine lange Tradition in Europa und zählt Frauen wie Rosa Luxemburg, Clara Zetkin und Alexandra Kollontaj zu seinen Initiatorinnen. Im Zuge des Kampfes um die Gleichberechtigung und das Wahlrecht für Frauen um 1911 entstanden, wird der Frauentag heute zwar in den Medien erwähnt, aber nur von kleinen Initiativen aktiv gefeiert.

Ist der Kampf der Frauen um Emanzipation und Gleichberechtigung so unwichtig geworden? Gerade heute arbeiten Frauen häufig immer noch oder wieder unter Wert. Die erwerbstätigen Frauen sollen im 21. Jahrhundert einen guten Job machen, denn sie sind emanzipiert und karriereorientiert. Nach Dienstschluss wartet die Haus-, Familien- und Fürsorgepflicht auf sie, denn sie sollen auch gute Mütter und Hausfrauen sein. Durch diese Rundumeinspannung hat das schöne Geschlecht auf dem Arbeitsmarkt oft die schlechteren Karten. Und den schlechteren Lohn. Der 8. März sollte Gelegenheit geben, mit Nachdruck darauf aufmerksam zu machen, dass Gleichberechtigung in Deutschland immer noch keine Selbstverständlichkeit ist und noch viel getan werden muss. Hierzu erklären die stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion Elke Ferner und Christel Humme und die frauenpolitische Sprecherin Caren Marks, dass unter anderem der Ausbau der Kinderbetreuung, der Rechtsanspruch auf Betreuung für alle Kinder ab Eins und die Partnermonate beim Elterngeld als ein Quantensprung hin zu einer modernen Familienpolitik gesehen werden können. Auch müssen die sogenannten „typischen“ Frauenberufe wie Kindergärtnerin, Altenpflegerin oder Tagesmutter angemessen entlohnt werden. Diese Arbeiten verlangen großes körperliches und seelisches Engagement und dies sollte unserer Gesellschaft mehr wert sein. Es kann nicht länger hingenommen werden, dass Frauen bei gleicher Arbeit 20% weniger Gehalt bekommen als ihre männlichen Kollegen. Frauen dürfen sich nicht länger mit geringfügiger Beschäftigung abspeisen lassen.

Darum fordern wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten gerecht bezahlte und sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen für Frauen. Nur so können sie ihre eigene Existenz absichern und eine unabhängige Altersversorgung aufbauen. Wir fordern weiterhin flächendeckende Mindestlöhne. Denn viele Frauen arbeiten heute noch zu Niedriglöhnen. Dem muss durch einen gesetzlichen Mindestlohn ein Riegel vorgeschoben werden. Für diese und andere Belange der Frauen in Wuppertal setzt sich die Gleichstellungsstelle der Stadt Wuppertal seit 20 Jahren ein. Diese Gleichstellungsstelle wurde als eine der ersten in Nordrheinwestfalen mit Ratsbeschluss vom 21. Januar 1985 eingerichtet. Mit verschiedenen Veranstaltungen am kommenden Samstag möchte die Gleichstellungsstelle alle Frauen daran erinnern, dass Ansätze wie der gesetzliche Mindestlohn, feste, gesetzliche Regelungen zur Gleichstellung in der Privatwirtschaft, sowie faire Aufstiegsmöglichkeiten und gute Weiterbildungschancen, auch mit Kind, selbstverständlich werden. Es gilt, eine typische Frage unserer Zeit unnötig werden zu lassen, nämlich die nach Kind oder Karriere.

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