Ergebnisse der 9. Konferenz der Biodiversitäts-Konvetion in Bonn

Ende des vergangenen Monats tagte die 9. UN-Naturschutzkonferenz in Bonn. Die 190 Vertragstaaten der UN-Konvention über die biologische Vielfalt, die Convention on Biological Diversity, CBD, ist das wichtigste internationale Instrument zum Schutz der biologischen Vielfalt.

Die CBD beriet unter deutschem Vorsitz die nötigten Maßnahmen gegen die anhaltende Naturzerstörung mit dem Ziel, bis 2010 den rasanten Verlust biologischer Vielfalt zu bremsen. Auf der Tagesordnung stand unter anderem die Schaffung eines Ausgleichsmechanismus’ zwischen den Staaten für die Vorteile, welche den Staaten aus der Nutzung genetischer Ressourcen erwachsen, (ABS). Dieses „Bonner Mandat“ sieht eine straffe Richtung bis 2010 vor, um bei der 10. Vertragsstaatenkonferenz in Japan ein so genanntes „Internationales ABS-Regime“ beschließen zu können. Biopiraterie soll bis 2011 international ausgeschlossen werden.

 

Zur schnellen, unbürokratischen Finanzierung von neuen und bereits bestehenden Schutzgebieten wurde unter deutscher Leitung die „Life Web Initiative“ gestartet. Deutschland sammelt Vorschläge von den Vertragsparteien für neue Schutzgebiete und spricht potentielle Geber aktiv auf Unterstützung an. Die Bundesregierung wird ab nächstem Jahr einen Betrag von 500 Millionen Euro für den schnellen Schutz bedrohter Ökosystem bereitstellen.

 

Weitere wichtige Entscheidungen der Konferenz im Überblick: Biokraftstoffe: Eine Einigung wurde hinsichtlich der biologischen Vielfalt bei der nachhaltigen Erzeugung und Nutzung von Biokraftstoffen erzielt. Die Delegierten bekräftigten, dass die CBD bei diesem Thema künftig eine Schlüsselrolle spielen soll. Illegaler Holzeinschlag: Maßnahmen gegen den illegalen Holzeinschlag und den Handel mit illegal eingeschlagenem Holz wurden auf nationaler und internationaler Ebene sehr viel klarer als bislang eingefordert.

 

Gentechnisch veränderte Bäume: Ohne Risikoanalyse haben die Vertragsstaaten künftig das Recht, auf den Einsatz von gentechnisch veränderten Bäumen zu verzichten. Klimaschutz und Biodiversität: Die Zusammenarbeit zwischen der Biodiversitäts-Konvention und der Klimarahmenkonvention soll verbessert werden. Entsprechende Empfehlungen wurden in Bonn verabschiedet.

 

34 internationale Unternehmen präsentierten im Rahmen der Business and Biodiversity-Initiative ihre Selbstverpflichtung, den Schutz der biologischen Vielfalt künftig in ihrer Geschäftspolitik festzuschreiben. Meeresschutzgebiete: Wissenschaftliche Kriterien für die Auswahl von Meeresschutzgebieten wurden verabschiedet. Ein weltweites Netz von Meeresschutzgebieten spielt eine wichtige Rolle bei dem Schutz der Ozeane. Trotzdem steht bis heute weniger als ein Prozent der Fläche unter Schutz. Auf hoher See steht heute weltweit kein einziges Gebiet unter Schutz. Bis zum Jahr 2012 hat sich die CBD verpflichtet ein globales Netzwerk von Meeresschutzgebieten einzurichten

 

Künstliche Düngung von Meeresgebieten: Eine klare Position bezogen die Delegierten gegen Aktivitäten zur künstlichen Düngung von Meeresgebieten mit dem Ziel der CO2-Bindung. Experten befürchten starke negative Auswirkungen auf die Meeresumwelt. Bislang ist völlig unklar, ob die Düngung von Meeresgebieten tatsächlich die erhofften positiven Auswirkungen auf das Klima haben.

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