Bundesregierung schwenkt beim Stresstest für Banken um

Einmal mehr macht die Bundesregierung eine Kehrtwende in ihrer Finanzpolitik. Dieses Mal aber durchaus in die richtige Richtung. Wie nun bekannt wurde plant Bundesminister Schäuble offenbar die gesetzliche Grundlage zu schaffen, damit Ergebnisse aus so genannten Stresstest für Banken veröffentlicht werden können.

Bisher hat die Bundesregierung dies mit der Begründung abgelehnt, die Ergebnisse würden vertrauliche Firmendaten unnötig offen legen.

Dies ist zu begrüßen. Hiermit würde mehr Transparenz und Vertrauen im Finanzmarkt und den Instituten geschaffen.

Mit Hilfe von Stresstests können Kreditinstitute die potenziellen Auswirkungen möglicher krisenhafter Entwicklungen im Detail untersuchen und bereits im Vorfeld geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen. Dabei werden verschiedene Risikofaktoren wie Kreditrisiken und Marktpreisrisiken z. B. aufgrund von Zins- oder Währungsschwankungen oder Aktienkursrisiken beleuchtet und bewertet.

Stresstests haben sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Bestandteil des Risikomanagements der Banken entwickelt. Die kontinuierliche Durchführung von Stresstests ist damit nicht nur im Interesse der einzelnen Bank, sondern liefert einen wertvollen Beitrag für die Finanzstabilität insgesamt.

Auf EU-Ebene werden die Banken von der europäischen Bankenbehörde CEBS getestet.

Die Bedenken der Branche wegen möglicher Fehlinterpretationen der Finanzlage einzelner Institute greift nicht. Die Ergebnisse können übersichtlich dargestellt und angemessen interpretiert werden. Sie sichern die Transparenz und helfen mit das notwendige Vertrauen in den Finanzmarkt und seiner Institute zurückzuerobern.

Bundesminister Schäuble muss nun die notwendigen Maßnahmen ergreifen, damit das Vorhaben auch zeitnah umgesetzt werden kann.

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