Praktikumsbericht von Julia Perkowski

Julia Perkowski studiert Wirtschaft, Politik und Geschicht an der Bergischen Universität Wuppertal. In der Zeit vom 3. Mai bis zum 9. Juli 2010 hat sie ein Praktikum im Berliner Büro absolviert.

Praktikum_Julia_Perkowski

So richtig bewusst ist mir das alles noch nicht als ich auf dem Rückweg nach Wuppertal bin.
Neun Wochen lang hab ich in Ausschüssen gesessen, Papiere erarbeitet, Texte verfasst, das Büro in den täglichen Arbeiten unterstützt und viele interessante Menschen getroffen. Am letzten Tag bin ich noch einmal alleine durch den Reichstag und die anderen Gebäude, die zum Bundestag gehören spaziert. Hab mich an viel erinnert, was in den letzten Wochen alles passiert ist – In dieser aufregenden Stadt, in diesem aufregendem Praktikum, was mir so viel geboten hat.

Wer im Bundestag arbeitet merkt, dass das, was Politiker Tag für Tag machen nicht nur schöne Seiten hat. Der Job ist hart, regelmäßig fallen 14- bis 16-Stunden-Tage an. Auch Manfred Zöllmer ist morgens schon früh im Büro oder auf Terminen, hat noch mehrere Termine, wenn das Team das Büro verlässt.

Ich habe mich von Anfang sehr wohl in diesem Team gefühlt. Themen erarbeiten, Manfred Zöllmer mit selbstständigen Recherchen unterstützen und Termine wahrnehmen waren meine täglichen Aufgaben. Das Büro-Team hat mich in meinen Arbeiten immer unterstützt, mir geholfen, wenn ich selbst nicht sofort zu recht gekommen bin.

Am Anfang waren die Tage lang. Und auch wenn ich Wirtschaft studiere, ist das, was hier in der Politik und vor allem im Finanzausschuss vor sich geht eine ganz andere Welt. Viele Themen sind mir bekannt, waren von Anfang an kein Problem, andere Sachen habe ich mir abends mit nach Hause genommen und in der Bahn noch einmal nachgelesen. Gegen Ende des Praktikums war aber auch das kein Problem mehr. Ich war drin. Ich habe die komplexen Inhalte schneller verstanden, hatte keine Probleme mehr, den Ausschusssitzungen stundenlang zu folgen. Meine Mitbewohner schüttelten Abends nur den Kopf, wenn ich erzählte, was ich den Tag über recherchiert und erarbeitet habe.

Aber auch die vielen Abendtermine, zu denen mich das Team geschickt hat, haben mich beeindruckt. Schon am zweiten Tag begleitete ich Manfred Zöllmer auf den ersten Empfang im Hotel Adlon, treffen wichtige Leute aus der Wirtschaft. Die Eindrücke erschlagen mich beinahe. Menschen, die man sonst nur aus dem Fernsehen sieht, stehen mit uns an einem Tisch, erzählen von ihrer Arbeit. Ein paar Wochen später sind solche Termine immer noch toll, dennoch sind sie mehr und mehr Routine. Man verliert die Angst, sich mit den bekannten Gesichtern zu unterhalten. Wenn man Kollegen und Freunden erzählt, wenn man getroffen hat, bekommen die meisten große Augen. Und auch wenn ich mich an die letzten zwei Monate erinnere: Es war die aufregendste Zeit, die ich je hatte.

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