Nous sommes Charlie

Mehr als zehntausend Menschen waren am Dienstagabend zum Brandenburger Tor gekommen, Christen, Muslime, Juden und die Spitzen des Staates, um in Berlin gemeinsam Gesicht zu zeigen – gegen Hass und Gewalt, für ein weltoffenes und tolerantes Deutschland. Die Botschaft: Wir gehören zusammen!

Fotos: Junophoto/Julia Nowak – (c) SPD-Bundestagsfraktion

Auf einer Bühne vor dem bekannten Wahrzeichen versammelten sich Bundespräsident Gauck, Kanzlerin Merkel, Bundestagspräsident Lammert, das Bundeskabinett, die Partei- und Fraktionsvorsitzenden, Berlins Regierender Bürgermeister Müller und Vertreter der Kirchen und Muslimverbände sowie der türkischen Gemeinde zur Mahnwache. Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime Aiman Mazyek betonte: „Die Terroristen wollten den Propheten rächen? Nein! Sie haben mit ihrer Tat die größte Gotteslästerung begangen.“ Die Terroristen hätten den Islam mit ihrem fürchterlichen Akt verraten und seine Prinzipien in den Schmutz gezogen.

Bei der Mahnwache, zu der muslimische Verbände und die Türkische Gemeinde aufgerufen hatten, nahmen auch die Abgeordneten der SPD-Bundestagfraktion, sowie viele ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter teil.

Bundespräsident Gauck hielt eine kurze Rede, in der er den Menschen zurief, „wir alle sind Deutschland“, unabhängig von Religion und Herkunft. Er stellte klar: „Die Terroristen wollten uns spalten. Erreicht haben sie das Gegenteil. Sie haben uns zusammengeführt.“ In Anlehnung seiner früheren Aussagen zu den Taten des rechtsextremen NSU sagte Gauck nun in Richtung der Terroristen und Fanatiker: „Wir schenken euch nicht unsere Angst. Euer Hass ist unser Ansporn“.

JesuisCharlie2

Aushang der Parlamentsbuchhandlung gegenüber dem Büro

SPD-Parteichef Sigmar Gabriel sagte nach der Veranstaltung: „Ob Muslime, Christen, Juden oder Atheisten: Wir alle haben heute gemeinsam – und über Parteiengrenzen hinweg – gezeigt, dass wir uns vom Terror nicht in Angst versetzen oder auseinanderdividieren lassen. Wir stehen vereint an Frankreichs Seite, wir stehen für Meinungsfreiheit, Demokratie, Vielfalt und ein friedliches Miteinander.“ Die Kundgebung sei auch „eine klare Absage an jene Populisten, die derzeit aus den schrecklichen Morden von Paris ihren zersetzenden Profit zu ziehen versuchen: Wir sind ein offenes und freies Land, in dem es keinen Platz gibt für Ressentiments gegen Flüchtlinge oder gar den Islam.“

JesuisCharlie

Französische Botschaft

Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Thomas Oppermann machte deutlich: „Wir stehen fest an der Seite der überwältigenden Mehrheit der friedlich lebenden Muslime in unserem Land, die sich klar von Terror und Gewalt distanzieren. Sie sind ein fester Teil unserer Gesellschaft und gehören zu uns! Wir müssen verhindern, dass die Demagogen von Pegida und AfD die Anschläge für ihre Zwecke instrumentalisieren.“

Die niederträchtigen Morde von Paris seien ein Angriff auf unsere demokratische und freiheitliche Gesellschaft. Auf diese Bedrohung gebe es nur eine richtige Antwort: „Wir werden unsere Werte entschlossen verteidigen. Unsere Antwort heißt: mehr Demokratie, mehr Freiheit, mehr Offenheit.“

Auch in unmittelbarer Umgebung des Büros von Manfred Zöllmer gedenken die Menschen den schrecklichen Anschlägen in Paris.

Kommentare sind abgeschaltet.