Tanzzentrum Pina Bausch – Erfolg durch gemeinsames Handeln

In den nächsten Jahren werden  43,2 Mio. €  für das Tanzzentrum Pina Bausch in Wuppertal und die Sanierung von Schloss Burg ins Bergische fließen. Leider spiegelt die Berichterstattung der letzten Tage nicht den gesamten Verlauf des Zustandekommens dieses für Wuppertal erfreulichen Ergebnisses wider.

"Vollmond, de Pina Bausch" by akynou - CC BY-NC-SA 2.0

„Vollmond, de Pina Bausch“ by akynou – CC BY-NC-SA 2.0

Welche Finanzierungsmöglichkeiten ergaben sich in Berlin?

Es gab eine ganze Reihe von Gesprächen im letzten Jahr in Berlin, um auszuloten welche Möglichkeiten der Finanzierung es durch den Bund gäbe. Es war klar, dass es nur ein gemeinsames Ergebnis geben konnte: gemeinsam Bund, Land und Kommune, gemeinsam CDU und SPD. Es zeigte sich, dass es sehr schwierig sein würde über das Ministerium eine Finanzierung durchzusetzen. Es blieb nur der Weg über den Haushaltsausschuss. Wir mussten die haushaltspolitischen Sprecher von CDU und SPD ins Boot holen.

Wie gelang das?

Für die CDU war das die Aufgabe von Herrn Hintze. Unser haushaltspolitischer Sprecher Johannes Kahrs war zum Glück auch Berichterstatter für den Kultur- und Denkmalbereich. Er ist ein sehr erfahrener Parlamentarier. Haushalts- und Finanzausschuss gehören ja zum selben Ministerium. Vereinfacht gesagt: Wir Finanzpolitiker beschaffen das Geld, das die Haushälter dann ausgeben. Ich habe Johannes Kahrs  nach Wuppertal eingeladen und das Projekt  vorgestellt. Er konnte dann auch eine Vorstellung von Pina Bausch besuchen und war von dem Projekt beeindruckt. Die Frage war jetzt, ob die finanziellen Rahmenbedingungen des Bundes eine Finanzierung ermöglichen würden und ob die Kofinanzierung von Land und Stadt Wuppertal gesichert werden konnte.

Wie konnten diese verschiedenen Bedingungen erfüllt und zusammengeführt werden?

Zum Glück gibt es viele Drähte zwischen Haushalts- und Finanzausschuss und später die Vereinbarung eines weiteren Besuches von Johannes Kahrs in Wuppertal und auf Schloss Burg. Ich habe  diese Besuche vorbereitet. Am 30. Oktober war Johannes Kahrs dann zum Gespräch in Wuppertal. Dort haben wir gemeinsam mit der Stadtspitze eine Finanzierung des Projektes vorgeschlagen. Der Anteil des Bundes betrug 28,2  Mio. €. Wir konnten uns  schnell verständigen. Es war dann Aufgabe der Landtagsabgeordneten Dietmar Bell und Andreas Bialas, die Kofinanzierung zu sichern. Dies war ein enormer Kraftakt, der glücklicherweise gelang. Die Stadt Wuppertal hatte bereits eine entsprechende Etatisierung im Haushalt vorgenommen.

Welche Rolle spielt Schloss Burg in diesem Zusammenhang?

Erfreulicherweise wurde auch Schloss Burg als förderungswürdig eingestuft. Diese Burg ist  identifikationsstiftend für das Bergische Land. Der Schlossverein bemüht sich nach Kräften, die Attraktivität der Burg zu erhalten. Allerdings gibt es einen Sanierungsstau von 30 Mio. €, und die drei Bergischen Großstädte sind angesichts ihrer finanziellen Situation  allein nicht in der Lage, den Stau aufzulösen. Nach dem Termin in Wuppertal gab es ein Gespräch von Johannes Kahrs und mir mit dem Schlossverein über das  Angebot, die Hälfte der 30 Mio. € vom Bund zu übernehmen. Ich habe dann mit den Oberbürgermeistern der bergischen Großstädte gesprochen, damit die Kofinanzierung gesichert werden konnte. Dieses Angebot war wirklich ein einmaliger Glücksfall für die Region. Jetzt ist alles in trockenen Tüchern.

Was wurde noch vereinbart?

Es wurde absolutes Stillschweigen gegenüber der Presse vereinbart, um das Projekt nicht zu gefährden. Geplant war eine Pressekonferenz am Montag, dem 15. November. Gemeinsam und parteiübergreifend sollten die Ergebnisse präsentiert werden. Das gelang nicht, weil Herr Hardt und Herr Hintze bereits am Donnerstag, dem 12. November mit Pressemitteilungen an die Öffentlichkeit gingen. Schade, weil dieses Projekt gezeigt hat, dass gemeinsames Handeln jenseits von Parteigrenzen viel bewirken kann. Dies gilt auch für die Bergische Region. Auch hier zeigt sich, dass Zusammenarbeit die Region stärkt und man gemeinsam viel bewegen kann. Vielleicht kann das auch ein Vorbild für zukünftige Projekte sein. Mein Dank gilt allen, die dies möglich gemacht haben, besonders Johannes Kahrs, ein Hanseat mit Faible für die Bergische Region, unseren sozialdemokratischen Oberbürgermeistern und Landtagsabgeordneten, die erfolgreich für die Kofinanzierung gekämpft haben.

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