Zum zehnten Todestag von Johannes Rau

In der vergangenen Woche wurde im Beisein von Ministerpräsidenten Hannelore Kraft und Christina Rau auf dem Gelände der Bergischen Universität Wuppertal der symbolische Grundstein für das Johannes-Rau-Zentrum gelegt. Dieses Ereignis fand nicht zufällig statt, jährt sich doch der Todestag von Johannes Rau am 27. Januar zum zehnten Mal.

v.l.n.r: Manfred Zöllmer (MdB), Josef Neumann (MdL), Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Dietmar Bell (MdL), Christina Rau, Andreas Bialas (MdL)

v.l.n.r: Manfred Zöllmer (MdB), Josef Neumann (MdL), Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Dietmar Bell (MdL), Christina Rau, Andreas Bialas (MdL)

Die Bergische Universität Wuppertal verdankt ihre Existenz Johannes Rau, dem langjährigen Ministerpräsidenten und späteren Bundespräsidenten. Als Oberbürgermeister von Wuppertal (1969-1970) und dann Wissenschaftsminister des Landes Nordrhein-Westfalen hat sich Johannes Rau ganz besonders für die Gründung von Hochschulen in Nordrhein-Westfalen, auch einer eigenen Universität im Bergischen Land, eingesetzt und damit die Zukunft Wuppertals und der Region nachhaltig geprägt. Nun wird die Uni Heimat des Johannes Rau-Zentrums, dessen Mittelpunkt die ehemalige persönliche Bibliothek Johannes Raus bilden soll.

Johannes Rau wurde am 16. Januar 1931 in Wuppertal-Barmen geboren. Mit Anfang 20 trat er in die Gesamtdeutsche Volkspartei ein. Sein politischer Ziehvater war Gustav Heinemann, der spätere Bundespräsident. Nach der Auflösung der Partei folgte Rau Heinemann in die SPD. Mit gerade mal 27 Jahren zog Johannes Rau 1958 als jüngster Abgeordneter erstmals in den NRW-Landtag ein.

20 Jahre später, im Jahre 1977, wird Rau wird in einer Kampfabstimmung gegen Arbeitsminister Friedhelm Farthmann zum Landesvorsitzenden der SPD in Nordrhein-Westfalen gewählt. Bereits ein Jahr darauf löste er Heinz Kühn (SPD) als Ministerpräsident ab. Raus Karriere geht weiter steil nach oben. 1982 wird er zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden der SPD gewählt. 1985 verteidigt er für die SPD die absolute Mehrheit in NRW.

Im Mai 1999 wird Johannes Rau im zweiten Wahlgang zum Bundespräsidenten gewählt. Während seiner Präsidentschaft verschaffte sich Rau Respekt als „Herr der Werte und der Worte“. Seine Reden wurden zum Markenzeichen seiner Amtszeit. Sein Leitmotiv „Versöhnen statt Spalten“ bleibt für immer im kollektiven Gedächtnis erhalten. Eines seiner großen Anliegen, war es die Freundschaft zwischen Israel und Deutschland zu verbessern. Im Februar 2000 sprach er als erstes deutsches Staatsoberhaupt in der Knesset. Die neu errichtete Wuppertaler Synagoge wurde im Jahr 2002 im Beisein des seinerzeitigen Präsidenten Israels, Mosche Katzav, eingeweiht.

Johannes Rau verstarb am 27. Januar 2006 nach langer Krankheit in Berlin. Er war eine der prägenden Persönlichkeiten der sozialdemokratischen Nachkriegspolitik.

Kommentare sind abgeschaltet.