MdB trifft THW – Vielfalt im Einsatz

„Bei uns engagieren sich nicht nur Ingenieure, Maschinenbauer und Elektriker – jeder ist willkommen.“ Wenn man auf der diesjährigen Veranstaltung des Technischen Hilfswerks (THW) am 27.09 vor dem Paul Löbe Haus mit Stefan Rosengarten ins Gespräch kommt, dann räumt er erstmal mit diesem Vorurteil auf.

Manfred Zöllmer und Herr Schwemmer vom THW

Manfred Zöllmer und Herr Schwemmer vom THW

Er selbst kommt aus dem Bereich IT und arbeitet an der Universität Bochum. Seit acht Jahren engagiert er sich ehrenamtlich beim THW. Er hat unten angefangen und sich dann Schritt für Schritt im Ortsverband Wuppertal hochgearbeitet. „Im Gegensatz zur Arbeit der freiwilligen Feuerwehren, wissen viele Menschen gar nicht so genau, was wir beim technischen Hilfswerk genau machen. Deshalb kommen wir hier nach Berlin und wollen die Bundestagsabgeordneten über unsere Arbeit aufklären.“ Das THW leistet einen entscheidenden Beitrag im Katastrophen- und Bevölkerungsschutz und das nicht nur in Deutschland, sondern international.

Als Anfang 2014 immer mehr Geflüchtete aus Syrien und dem Nahen Osten in Deutschland Schutz suchten, war der Einsatz des THW unverzichtbar. 6900 Helfer aus allen Landesverbänden waren an fast 14.000 Tagen im Einsatz und leisteten Flüchtlingshilfe.

Den meisten Menschen aus NRW ist das Unwetter Ela wahrscheinlich noch deutlich in Erinnerung. Bei dem Pfingstmontag-Unwetter kamen 2014 sechs Menschen ums Leben. 30 wurden schwer und 37 leicht verletzt. Damals unterstützten rund 4.000 Helfer des THW die Aufräumarbeiten. Organisationen wie das THW, in denen sich Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich engagieren, bilden damit eine wichtige Grundsäule unserer lebendigen Zivilgesellschaft, deren Wichtigkeit auch Bundespräsident Joachim Gauck immer wieder hervorhebt.

80.000 ehrenamtliche Helfer engagieren sich freiwillig im technischen Hilfswerk, 15.000 davon in der Jugendorganisation. Erfreulicherweise treten auch immer mehr Frauen der Organisation bei. Zwischen 2006 und 2015 stieg der Anteil der Frauen beim THW um 41%. Die Helferinnen und Helfer sind deutschlandweit in 8 Landesverbänden, 66 Geschäftsstellen und 668 Ortsverbänden organisiert. Einer dieser Ortsverbände ist Wuppertal. Manfred Zöllmer erkundigt sich bei Stefan Rosengarten, wie es mit der Nachwuchssituation in Wuppertal aussieht. – „Wir können uns nicht beklagen. Jedes Jahr kommen wieder Menschen zu uns, die sich engagieren wollen.“ Nachwuchsprobleme, wie in den Vereinen, scheint es beim THW in Wuppertal nicht zu geben. „Was wir uns von Politikern, wie Herrn Zöllmer erhoffen, ist Unterstützung in unserer Öffentlichkeitswahrnehmung. Alle kennen die freiwilligen Feuerwehren, aber mit dem technischen Hilfswerk verbinden nur wenige etwas. Das wollen wir ändern“, sagt Rosengarten.

Die Aufgabenbereiche beim THW sind vielfältig. Technische Gefahrenabwehr bei Katastrophen, Führung und Unterstützung bei der Bereitstellung von Infrastruktur in Krisensituationen sind wichtige Tätigkeiten. Wer sich engagieren möchte ist herzlich willkommen. Die Ausbildung umfasst drei Stufen. In der Grundausbildung wird Basiswissen zum Umgang mit den Geräten, Sicherheitsmaßnahmen und zur Struktur des THW vermittelt. In der zweiten Ausbildungsstufe, wird auf fachspezifische Aufgaben vorbereitet. Sanitätshelfer, Kraftfahrer, Maschinisten, Führer und Unterführer gehören zu den Tätigkeitsfeldern zu den man sich ausbilden lassen kann. Die dritte Ausbildungsstufe zielt auf die Fort- und Weiterbildung ab.

Abschließend stellt Manfred Zöllmer nochmals fest: „Der THW leistet eine unverzichtbare Arbeit. Ich bedanke mich bei allen, die sich in ihrer Freizeit beim THW engagieren. Sie haben ein Anrecht auf umfassende Unterstützung durch die Politik.“

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