Praktikumsbericht von Verena Herkenberg

(20.10.2010) Verena Herkenberg studiert Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln und hat vom 30.08.2010 bis zum 08.10.2010 ein Praktikum im Büro von Manfred Zöllmer in Berlin absolviert.

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Mein Praktikum im Büro von Manfred Zöllmer fing eher ruhig an, da die Parlamentsferien grade erst zu Ende gingen und noch keine Sitzungswochen anstanden. Eigentlich war es der beste Start für mein Praktikum, denn ich hatte genug Zeit mich einzufinden. Ich durfte Führungen durch die Regierungsgebäude mitmachen und auch selbst einfach alles anschauen, so dass ich am Ende fast selber durch den Reichstag führen konnte. So war ich dann, als es in den Sitzungswochen richtig hektisch wurde nicht mehr so verloren im riesigen und komplexen Regierungsviertel, denn auch wenn einen alles am Anfang einfach nur erschlägt, so gewöhnt man sich doch überraschend schnell ein. Dann in meiner dritten Woche ging es richtig los. Es war Haushaltswoche. Man konnte merken, wie der ganze Betrieb langsam in Schwung kam und alles hektisch wurde. Highlight dieser Woche war, dass ich die Generaldebatte im Plenum hören konnte und somit den gesamten Bundestag und die gesamte Regierung mit allen bekannten Gesichter sehen und ihre Reden anhören konnte, von denen ich sonst nur in Zeitungen gelesen hätte.

Ich hatte insgesamt drei Sitzungswochen in meiner Praktikumszeit und es wurde somit nie langweilig. Es gab immer was zu tun und ich durfte auch überall mithelfen.

Für mich, als Jura Studentin war es besonders interessant, dass ich fast den kompletten Gesetzgebungsverlauf des neuen Restrukturierungsgesetztes miterleben durfte. Das Gesetz zog sich wie ein roter Faden durch meine ganze Zeit im Büro Zöllmer. Schon am ersten Tag bekam ich den kompletten Gesetzentwurf zu lesen und konnte mich darin einarbeiten. Ich durfte an vielen Gesprächen und Terminen rund um dieses Gesetz teilnehmen bis hin zur „Mammutanhörung“ von vier Stunden in meiner letzten Woche, für die ich sogar selbst Fragen entwickeln durfte. Vor meinem Praktikum hätte ich nie gedacht, dass ich ein solches Gesetz auch nur ansatzweise verstehen würde, doch im Laufe der Zeit habe ich nicht nur ein wenig Verständnis dafür entwickelt, sondern auch Interesse und Spaß am ganzen Thema.

Auch im Büro selbst durfte ich in vielen Aufgaben mitwirken. Vom Raussuchen von Drucksachen aus dem Intranet bis hin zur Recherche und Darlegung von juristischen Problemen, Zusammenstellen von ganzer Synopsen aber auch Mitbetreuung von Besuchergruppen aus Wuppertal. So dass ich sogar am Ende des Tages das Gefühl hatte wirklich produktiv und hilfreich gewesen zu sein. Man bekam das Gefühl ein bisschen zu diesem ganzen Apparat zu gehören. Bei diesen Aufgaben habe ich immer viel Hilfe vom Team selbst bekommen, wenn ich sie brauchte und wurde auch sonst super betreut, was mein Programm während des Praktikums anging. Jeder hatte immer ein offenes Ohr für mich, egal ob es um Aufgaben im Büro ging oder auch um kleine Pläuschchen zwischendurch. Und auch mit Manfred Zöllmer konnte ich mich häufig über seine Tätigkeit als Abgeordneter unterhalten, was mir einen Einblick in seinen Beruf und Tagesablauf ermöglichte.

Wenn ich jetzt durch die Gänge meiner Universität gehe, so fehlen mir doch wirklich ein bisschen der Trubel und die Hektik aus Berlin. Ich habe viel gesehen und gelernt und war wirklich traurig, als meine Zeit dort zu Ende ging.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mein Einblick hinter die Kulissen im Bundestag ein ganz tolles Erlebnis war, dass ich so schnell nicht vergessen werde. Jederzeit gerne wieder.