Lohngerechtigkeit für alle

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(c) SPD-Fraktion Foto: Andreas Amann – IPS-Stipendiatin Alfiya Khallirakhmanova

Seit mehr als fünf Jahrzehnten ist die Entgeltgleichheit für Frauen und Männer rechtlich geboten. Doch noch immer sieht die Realität anders aus. Nach wie vor klafft eine erhebliche Lohnlücke zwischen den Geschlechtern – aktuell liegt sie bei 21 Prozent.

Die Gründe dafür sind vielfältig: Frauen und Männer entscheiden sich bei der Berufswahl für unterschiedliche Branchen, Frauen stehen häufiger vor beruflichen Hindernissen beim Aufstieg, müssen öfter als ihre männlichen Kollegen Brüche im Lebenslauf beispielsweise durch familienbedingte Auszeiten in Kauf nehmen und arbeiten häufig in Teilzeit. Das hat nicht allein Einfluss auf den aktuellen Lohn, sondern noch deutlichere Folgen für die Renten und Pensionen von Frauen: Der sogenannte Gender Pension Gap (die geschlechtsspezifische Rentenlücke) beträgt in Deutschland rund 57 Prozent.

76 Prozent der Bevölkerung sind laut einer Studie des Delta-Instituts davon überzeugt, dass mehr Transparenz bei betrieblichen Entgeltstrukturen den Druck erhöhen würde, die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern zu schließen. Nicht nur deshalb unterstützt die SPD-Bundestagsfraktion den Entwurf für ein Lohngerechtigkeitsgesetz, den Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig vorgelegt hat. Ziel des Gesetzes ist es, durch mehr Transparenz die Voraussetzung für die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern zu schaffen. Denn viele Frauen wissen nicht, dass sie schlechter bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen, oder sie können dies nicht nachweisen.

Frauen haben ein Recht auf mehr!

wirkoennendas_epd2016_spdfraktion_670x670pxFrauen erhalten im Durchschnitt immer noch 21 Prozent weniger Lohn oder Gehalt als Männer. Deshalb wird am 19. März 2016 zum 8. Mal in Folge der Equal-Pay-Day in Deutschland begangen.

Der Wuppertaler Bundestagsabgeordnete Manfred Zöllmer dazu: „Leider müssen wir auf die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen auch dieses Jahr wieder mit dem Equal Pay Day hinweisen. In Zukunft möchte ich diesen Tag aber gerne aus meinem Kalender streichen. Das Schließen der Lohnlücke ist eine Frage der Gerechtigkeit.“

Seit über 50 Jahren gilt das Gebot der Entgeltgleichheit für Frauen und Männer. Doch die Praxis sieht immer noch anders aus: Zwar ist die Lohnlücke nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von 2014 auf 2015 leicht von 22 auf 21 Prozent gesunken. Einer der Gründe dafür könnte in der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns liegen, von dem überwiegend Frauen im Niedriglohnbereich profitieren. Dennoch müssen Frauen nach wie vor zweieinhalb Monate mehr arbeiten, um auf das durchschnittliche Jahresentgelt von Männern zu kommen.

„Ohne gesetzliche Maßnahmen wird sich daran leider nichts ändern“, ist sich Zöllmer sicher. Deshalb unterstützt er die Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig in ihrem Vorhaben für das Lohngerechtigkeitsgesetz, mit dem wichtige Vorgaben aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt werden. Dazu gehörten transparente und nachvollziehbare Entgeltstrukturen, betriebliche Verfahren zur Überprüfung von Entgeltgleichheit und eine Berichtspflicht für große Unternehmen über Frauenförderung und Entgeltgleichheit.

Für Manfred Zöllmer ist klar: „Das Gesetz muss jetzt schnell kommen. Frauen haben seit über fünf Jahrzenten ein Recht auf Entgeltgleichheit. Diesem Grundsatz müssen wir endlich gerecht werden. Frauen haben ein Recht auf mehr!“

Manfred Zöllmer unterstützt #HeForShe

„#HeForShe – Er für Sie“ ist der Kampagnen-Aufruf an Männer, sich in der Frauenbewegung zu engagieren. Die Vereinten Nationen riefen 2014 eine weltweite Kampagne zur Gleichstellung der Geschlechter und der Gerechtigkeit ins Leben, die sich an die Männer richtet. Damit startete UN-Women, eine Einheit der Vereinten Nationen, eine Kampagne, in der Jungen und Männer weltweit dazu aufgerufen werden , sich gegen Diskriminierung und Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen zu stellen.zoellmer_heforshe_2015Der Wuppertal Bundestagsabgeordnete Manfred Zöllmer unterstützt die Initiative und setzt sich für die Gleichstellung der Geschlechter und für ein verstärktes Engagement von Männern und Jungen für die Gleichberechtigung ein: „Jegliche Art von Gewalt und Diskriminierung gegenüber Frauen und Mädchen muss verhindert und beendet werden.“

Aber auch von prominenter Seite wird die Kampagne unterstützt: „Ich, Emma Watson, möchte die formelle Einladung an euch Männer aussprechen: Gleichberechtigung ist auch euer Thema!“ betonte die Schauspielerin Emma Watson in ihrer Rede vom 22. September 2014 vor den Vereinten Nationen. Sie engagiert sich als Sonderbotschafterin von UN-Women. Emma Watson machte deutlich, dass es auch Männer als „Agents of Change“, als „Agenten der Veränderung“, braucht, um die Gleichstellung in der Gesellschaft zu verwirklichen. Es geht auch die Väter, Brüder, Söhne an, welche Chancen ihrer Schwester, Mutter, Tante und Tochter in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft offen stehen.

Weitere Informationen zur Kampagne: www.heforshe.org

Gewalt gegen Frauen verletzt uns alle

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Heute ist der internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“! Einer aktuellen Studie der EU zufolge ist ‪‎jede dritte‬ Frau in Deutschland von Gewalt betroffen. Viele Frauen, die unter körperlicher oder psychischer Gewalt leiden wissen oftmals nicht, wem sie sich anvertrauen sollen.

Deswegen sollte jede und jeder die Nummer des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ kennen – dem einzigen Beratungsangebot in Deutschland, das Tag und Nacht unter der Rufnummer 08000 116 016 und per Online-Beratung auf www.hilfetelefon.de erreichbar ist. Und zwar vertraulich, kostenfrei und in 15 Sprachen.

Equal Pay Day – Die Geduld ist am Ende

Aus Anlass der Debatte um die Lohngleichheit zwischen Männern und Frauen erklärt der Wuppertaler Bundestagsabgeordnete Manfred Zöllmer:

Die Geduld ist am Ende. Bis heute bleiben Bundeskanzlerin Merkel und ihre schwarz-gelbe Koalition tatenlos bei der Bekämpfung von Lohndiskriminierung zwischen Männern und Frauen. Auch am Equal Pay Day gibt es für die Durchsetzung von gleichem Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit nur warme Worte.

Frauen verdienen noch immer 22 Prozent weniger als Männer. Die SPD-Bundestagsfraktion will die Unternehmen verpflichten, für diskriminierungsfreie Löhne und Gehälter zu sorgen. Einen entsprechenden Gesetzesvorschlag hat die SPD bereits vorgelegt.

Die schwarz-gelbe Koalition in Berlin und Frau Merkel zeigen Frauen jedoch weiterhin die kalte Schulter. Es hat sich in den vergangenen Jahren nichts bewegt für die Frauen in unserem Land. Doch Frauen in Deutschland verdienen mehr.

Berliner Erklärung – Erster Schritt für gesetzliche Quote

Der Wuppertaler Bundestagsabgeordnete hat ausdrücklich begrüßt, dass mit der „Berliner Erklärung“ nun ein breites gesellschaftliches Bündnis öffentlich eine verbindliche Frauenquote für Aufsichtsräte börsennotierter, mitbestimmungspflichtiger und öffentlicher Unternehmen in Deutschland fordert. „Endlich setzt sich auch bei uns in Deutschland die Erkenntnis durch, dass wir mit freiwilligen Vereinbarungen nicht weiterkommen“, so Manfred Zöllmer.

Damit sei das Ziel, die Gleichstellung, aber noch nicht erreicht. „Das ist ein erster Schritt“ machte Manfred Zöllmer deutlich. „Schon viel zu lange ringen CDU/CSU und FDP um eine klare Position. Der Gipfel ist der Vorschlag von Ministerin Schröder zu einer sogenannten Flexiquote. Gleichstellungspolitik mit Herz und Hand sieht anders aus. Die SPD zielt auf eine verbindliche, gesetzliche 40 Prozentquote nicht nur in Aufsichtsräten, sondern auch in Vorständen deutscher Konzerne“. Einen entsprechenden Gesetzentwurf wird die SPD-Bundestagsfraktion zur Abstimmung im Bundestag stellen.

Als „unerträglich“ bezeichnete es Manfred Zöllmer, wie viele hochqualifizierte Frauen in Deutschland an die „gläserne Decke“ stoßen. „Beispielsweise sind nur 2,5 Prozent der Vorstandsposten der 200 größten deutschen Unternehmen mit Frauen besetzt“, so der Wuppertaler Abgeordnete. „Unsere Frauen haben starke und klare politische Rahmenbedingungen verdient, die aufräumen mit diskriminierenden Zuständen. Daher ist es enttäuschend, dass auch hier Ministerin Schröder nur halbherzige Vorschläge macht. Kämpferisch scheint hingegen Arbeitsministerin von der Leyen. Doch haben wir bei ihr nur zu oft erleben müssen, dass es bei Worten blieb“. Als ehemals zuständige Ministerin habe sie jedenfalls das Thema nie zu ihrem Markenzeichen gemacht. „Jetzt wird sich zeigen, ob den Worten der Vertreterinnen der Koalition auch Taten folgen“, so Zöllmer.

„Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten fordern CDU und FDP auf, unserem Gesetzentwurf im Bundestag zuzustimmen. Dann ist die gläserne Decke durchbrochen“, stellte Manfred Zöllmer abschließend fest.