Zum zehnten Todestag von Johannes Rau

In der vergangenen Woche wurde im Beisein von Ministerpräsidenten Hannelore Kraft und Christina Rau auf dem Gelände der Bergischen Universität Wuppertal der symbolische Grundstein für das Johannes-Rau-Zentrum gelegt. Dieses Ereignis fand nicht zufällig statt, jährt sich doch der Todestag von Johannes Rau am 27. Januar zum zehnten Mal.

v.l.n.r: Manfred Zöllmer (MdB), Josef Neumann (MdL), Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Dietmar Bell (MdL), Christina Rau, Andreas Bialas (MdL)

v.l.n.r: Manfred Zöllmer (MdB), Josef Neumann (MdL), Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Dietmar Bell (MdL), Christina Rau, Andreas Bialas (MdL)

Die Bergische Universität Wuppertal verdankt ihre Existenz Johannes Rau, dem langjährigen Ministerpräsidenten und späteren Bundespräsidenten. Als Oberbürgermeister von Wuppertal (1969-1970) und dann Wissenschaftsminister des Landes Nordrhein-Westfalen hat sich Johannes Rau ganz besonders für die Gründung von Hochschulen in Nordrhein-Westfalen, auch einer eigenen Universität im Bergischen Land, eingesetzt und damit die Zukunft Wuppertals und der Region nachhaltig geprägt. Nun wird die Uni Heimat des Johannes Rau-Zentrums, dessen Mittelpunkt die ehemalige persönliche Bibliothek Johannes Raus bilden soll. weiterlesen

Tanzzentrum Pina Bausch – Erfolg durch gemeinsames Handeln

In den nächsten Jahren werden  43,2 Mio. €  für das Tanzzentrum Pina Bausch in Wuppertal und die Sanierung von Schloss Burg ins Bergische fließen. Leider spiegelt die Berichterstattung der letzten Tage nicht den gesamten Verlauf des Zustandekommens dieses für Wuppertal erfreulichen Ergebnisses wider.

"Vollmond, de Pina Bausch" by akynou - CC BY-NC-SA 2.0

„Vollmond, de Pina Bausch“ by akynou – CC BY-NC-SA 2.0

Welche Finanzierungsmöglichkeiten ergaben sich in Berlin?

Es gab eine ganze Reihe von Gesprächen im letzten Jahr in Berlin, um auszuloten welche Möglichkeiten der Finanzierung es durch den Bund gäbe. Es war klar, dass es nur ein gemeinsames Ergebnis geben konnte: gemeinsam Bund, Land und Kommune, gemeinsam CDU und SPD. Es zeigte sich, dass es sehr schwierig sein würde über das Ministerium eine Finanzierung durchzusetzen. Es blieb nur der Weg über den Haushaltsausschuss. Wir mussten die haushaltspolitischen Sprecher von CDU und SPD ins Boot holen.

Wie gelang das?

Für die CDU war das die Aufgabe von Herrn Hintze. Unser haushaltspolitischer Sprecher Johannes Kahrs war zum Glück auch Berichterstatter für den Kultur- und Denkmalbereich. Er ist ein sehr erfahrener Parlamentarier. Haushalts- und Finanzausschuss gehören ja zum selben Ministerium. Vereinfacht gesagt: Wir Finanzpolitiker beschaffen das Geld, das die Haushälter dann ausgeben. weiterlesen

Bundestag stellt Weichen für Pina Bausch-Zentrum

Manfred Zöllmer, stellv. finanzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, zum heute vom Haushaltsausschuss verabschiedeten Kulturetat des Bundes:

Der Haushaltsausschuss hat in seiner heutigen Sitzung den Beschluss gefasst, 400.000 Euro für das Pina Bausch-Archiv und darüber hinaus 1 Mio. Euro als Anschubfinanzierung für ein Pina Bausch-Zentrum bereitzustellen. Damit hat der Bund die Weichen für die weitere Planung des Vorhabens gestellt.

Ein Passus im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD hatte in Wuppertal damals große Hoffnungen aufkommen lassen: die Förderung des Internationalen Tanzzentrums Pina Bausch als national bedeutsamen Kulturort sollte vorrangig prüfen. „Ich freue mich sehr, dass nach der Ankündigung im Koalitionsvertrag nun Taten folgen und dieses für Wuppertal so wichtige Projekt durch die bewilligten Bundesmittel zusätzlichen Schwung bekommt.“

Wenn Bayreuth, dann Bausch!

Oliver Scheytt und Manfred Zöllmer sprechen über Kulturpolitik mit Konzept, das Tanztheater als Botschafter und das Drama verfehlter Finanzpolitik

Oliver Scheytt in Wuppertal

Botschaft 1: Eine neue Kulturpolitik des Bundes muss sich von der Methode „auf Zuruf“ verabschieden, anstelle von Zufällen Konzepte walten lassen und den Gestus reinen Mäzenatentums überwinden.
Botschaft 2: Pina Bauschs Tanztheater gehört nach Wuppertal und in die Welt, ist ein herausragender Botschafter eines modernen, weltoffenen Deutschland und somit lebendiges kulturelles Welterbe. Punkt. – Dieses Erbe gilt es zu wahren, im Hier und Heute und Morgen fortzuschreiben und angemessen zu fördern. Der Bund sollte dies künftig entsprechend zur Kenntnis nehmen und würdigen.
Kurzum: Wenn Bayreuth, dann auch Bausch.
Botschaft 3: Ohne eine bundespolitische Verbesserung der Kommunalfinanzierung droht die lokale Kulturpolitik dauerhaft auf tönernen Füßen zu stehen.

So lauteten drei unmissverständliche Mitteilungen, die Prof. Dr. Oliver Scheytt, Mitglied des Kompetenzteams von Peer Steinbrück und somit Schattenkulturstaatsminister, dem prall gefüllten Auditorium in der Großen Wagenhalle der Alten Feuerwache mit auf den Weg gab. weiterlesen