Neuordnung des ERP-Sondervermögens sichert die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaftsförderung

Zum 60. Jahrestag des Marshall-Plans erklärt die Arbeitsgruppe Wirtschaft und Technologie die Folgen der Neuordnung der Verwendung der Gelder des Euroäischen-Wiederaufbau-Programms.

Zum 60. Jahrestag des Marshall-Plans erklärt die Arbeitsgruppe Wirtschaft und Technologie der SPD-Bundestagsfraktion:

Am 5. Juni 1947 trug der US-Außenminister und spätere Friedensnobelpreisträger George C. Marshall in der Harvard-Universität seine Vorstellung vor, die dem kriegszerrütteten Europa neues Leben einhauchen sollte. Später trug der Plan seinen Namen, und er sollte als erfolgreichstes ziviles Aufbauprojekt der USA des 20. Jahrhunderts in die Geschichte eingehen. Marshalls Plan gegen Hunger, Armut, Verzweiflung und Chaos setzte auf die Eigeninitiative der Europäer und auf deren „Vertrauen in die wirtschaftliche Zukunft ihrer Länder und Europas als ganzem“. Die Stoßrichtung der Vereinigten Staaten, nach Kriegsende von der Infrastruktur her unversehrt und prosperierend, war klar. Die USA wollten alles daran setzen, um schnellstmöglich zur Rückkehr normaler wirtschaftlicher Verhältnisse beizutragen.

Ziel war es, in der Welt wieder politische Stabilität und gesicherten Frieden herzustellen. Mehr als 13 Milliarden US-Dollar – nach heutigem Wert etwa 100 Milliarden US-Dollar (entsprechend 74 Milliarden Euro) – an Waren und Finanzleistungen flossen im Zuge des „Europäischen Wiederaufbau-Programms“ bis 1952 über den Atlantik, davon rund 1,4 Milliarden in die deutsche Trümmerlandschaft. Das Angebot der Amerikaner richtete sich an alle europäischen Staaten, der Westen Deutschlands war der viertgrößte Empfänger nach Großbritannien, Frankreich und Italien.

Es war das Geld aus dem Marshall-Plan der USA, der in Deutschland zur Entstehung des sogenannten ERP-Sondervermögens führte mit dem wir später äußerst erfolgreiche Mittelstandsförderung betrieben haben. Nach dem Krieg bestanden die Amerikaner darauf, dass diese Gelder nicht einfach ausgegeben, sondern immer wieder revolvierend eingesetzt werden müssen. Dieser revolvierende Mitteleinsatz hat sich in jedem Falle als Schlüssel für die erfolgreiche ERP-Förderung für unser Land herausgestellt. Mit der Neuordnung des ERP-Sondervermögens Ende Mai 2007 stellten wir sicher, das Wirtschafts- und Gründungsförderung weiterhin auf hohem Niveau fortgeführt werden können. So wie es seit über 50 Jahren gute Tradition in Deutschland ist und auch weiterhin sein wird. Gleichzeitig bleibt das ERP-Sondervermögen für uns Deutschen immer auch ein Symbol für unsere Verbundenheit und Freundschaft mit unseren amerikanischen Freunden.

Kommentare sind abgeschaltet.