Weltverbrauchertag 2008: Energiekosten sind das Thema Nr. 1

In den vergangenen drei Jahren hat sich der Strompreis für die Verbraucherinnen und Verbraucher im Durchschnitt um fast 17 Prozent erhöht. Gerade für Haushalte mit geringem Budget sind diese Kosten zu einer sehr großen Belastung geworden.

Es ist zu begrüßen, dass der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) den Weltverbrauchertag unter das Motto „Konto und Klima schonen – Einfach mal abschalten“ gestellt hat. Die Bundesregierung hat mit vielfältigen gesetzlichen und politischen Maßnahmen für mehr Wettbewerb im Energiesektor gesorgt. Jetzt sind die Verbraucherinnen und Verbraucher gefordert ihre Energiekosten zu senken und die Klimabilanz zu verbessern. Der vzbv weist darauf hin, dass man schon durch einfache Sparmaßnahmen mindestens 20 Prozent der Kosten für Strom einsparen kann. So können veraltete Haushaltsgeräte durch energiesparsamere Modelle ersetzt, Energiesparlampen verwendet oder der Energiefresser Stand-By-Betrieb abgestellt werden. Unsere Informationstechnologie ist ein großer Energiefresser ist. Das Motto „Green- IT“ muss daher mit Leben gefüllt werden, d. h. wir brauchen „Grüne Informationstechnik“, die sich durch einen besonders geringen Stromverbrauch auszeichnet. Die Anbieter dieser aber auch aller anderen technischen Geräte sind in der Pflicht energiesparsamere und klimaverträglichere Modelle auf den Markt zu bringen. Dazu gehört aber, dass Energieeffizienz auch transparent sein muss. Es hilft Verbraucherinnen und Verbrauchern wenig, wenn die weiße Ware im Kaufhaus oder Elektronik-Supermarkt mittlerweile zu 99 % mit einem A für Energieeffizienz gekennzeichnet ist, es daneben noch ein A + oder A++ gibt. Dies ist verwirrend, intransparent und kann kein energiebewusstes Käuferverhalten nach sich ziehen. Insoweit muss die Kennzeichnung überarbeitet, verbessert und differenziert werden. Zukünftig sollten alle Elektrogeräte eine Kennzeichnung tragen. Eine gute Idee ist auch der „Top-Runner-Ansatz“: zu einem bestimmten Stichtag wird eine Marktübersicht z. B. über Elektrogeräte erstellt. Der Verbrauch der effizientesten Geräte wird zum Standard für die Branche erklärt, der zu einem zukünftigen Stichtag erreicht werden muss. Die Hersteller wären in der Pflicht diesen Standard zu erreichen, müssten ansonsten mit Strafzahlungen oder sogar einem Verkaufsverbot rechnen. Von einer Top-Runner-Regelung würden die Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren, da geringere Stromkosten für die Gerätenutzung anfallen würde. Aber auch die Wirtschaft, die bessere Produkte entwickelt, würde einen Innovationsvorsprung vor konkurrierenden Volkswirtschaften erhalten. Das Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt und Energie sieht in seinen aktuellen Untersuchungen erhebliche Einsparpotenziale für die Haushalte, Gewerbe und Industrie. Wir müssen diese Einsparpotenziale nutzen und die entsprechenden Weichen und gesetzlichen Änderungen vornehmen, denn sie dienen dem Klimaschutz, der Energiesparsamkeit und sind auch noch gut für den Geldbeutel der Verbraucherinnen und Verbraucher.

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