Goldman Sachs: Bundesregierung muss Rolle der deutschen Banken klären

Zum Verfahren der US-Börsenaufsicht gegen die amerikanische Bank Goldman Sachs und eine Ausweitung der Affäre auf deutsche Banken hat Manfred Zöllmer in Berlin als zuständiger Berichterstatter folgende Meldung herausgegeben:

Die US-Börsenaufsicht SEC hat gegen die amerikanische Bank Goldman Sachs ein Betrugsverfahren in Milliardenhöhe eingeleitet. Die US-Bank soll Anleger mit Finanzprodukten getäuscht haben und nicht alle notwendigen Informationen über das Produkt an die Kunden übermittelt haben. Folge war ein Totalverlust, den auch die deutsche Mittelstandsbank IKB erlitt, die dieses Produkt erwarb und fast 150 Millionen Euro Verlust verbuchen musste. Die IKB wird seit Sommer 2007 von der staatseigenen KfW gestützt.

Im Rahmen dieses Verfahrens könnten sich auch Verdachtsmomente gegen deutsche Banken ergeben, die wie Goldman Sachs Finanzmarktpapiere aufgelegt haben, mit denen Anleger von den hohen Immobilienpreisen in Amerika profitieren sollten. Gleichzeitig sind offenbar Ausfallversicherungen an Hedge-Fonds verkauft worden, die auf das Gegenteil – also das Platzen der Immobilienblase – setzten. Dabei geht es um die Täuschung der Kunden durch willentliche Vorenthaltung von Informationen über das jeweilige Finanzprodukt.

Es gibt eine Reihe von Hinweisen darauf, dass diese Geschäftspraktiken auch von deutschen Banken angewandt wurden.

Die Bundesregierung und insbesondere der Bundesfinanzminister sind jetzt aufgefordert diesen Verdachtsmomenten nachzugehen und sich nicht darauf zu verlassen, dass amerikanische Behörden dies tun oder im Rahmen von US-Gerichtsverfahren sich solche Verdachtsmomente womöglich erhärten.

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