Hermann Scheer ist tot

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Hermann Scheer ist tot. Er starb am Donnerstag, 14. Oktober, im Alter von 66 Jahren.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Hermann Scheer ist tot. Er starb am Donnerstag, 14. Oktober, im Alter von 66 Jahren. Der Sozialdemokrat gehörte dem Bundestag seit 1980 an. Hermann Scheer war immer ein mutiger, visionärer Politiker, für den in den konkreten Utopien der Auftrag und die Hoffnung auf das bessere Leben für die Menschen lag. Er hat für die Sonnenenergie gekämpft, als man dafür noch als Außenseiter geschmäht wurde.Hier die Pressemitteilung der SPD-Fraktion und der Parlamentarischen Linken der SPD zum Tode von Herrman Scheer:

SPD-Fraktion trauert um Hermann Scheer

Zum Tode von Hermann Scheer erklärt der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Joachim Poß:

Die SPD-Bundestagsfraktion trauert um Hermann Scheer, der am 14. Oktober 2010 im Alter von 66 Jahren in Berlin gestorben ist. Wir sind bestürzt über seinen plötzlichen Tod. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie. Mit Hermann Scheer verlieren wir einen herausragenden Umweltpolitiker und einen leidenschaftlichen Kämpfer.

Der Sozialdemokrat Scheer war ein streitbarer Parlamentarier und Aktivist, der zu seinen politischen Überzeugungen stand und die Menschen stets zu begeistern wusste. Auf dem wichtigen Feld der Ökologie prägte er wesentlich die sozialdemokratische Orientierung.

Mit seinem Entwurf zu einer radikalen Energiewende hin zu den Erneuerbaren Energien errang Hermann Scheer weit über die Grenzen Deutschlands hinaus Anerkennung und Respekt. Sein politisches Ideal war, der Welt eine Energieversorgung zu gewährleisten, die ohne Atomkraft und Kohle auskommt.

Innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion überzeugte er viele von seinen umweltpolitischen Zielen. Aber auch bei anderen Themen mischte er sich mit viel Engagement und Sachverstand ein. Scheer war ein politischer Generalist, der zu vielen politischen Fragestellungen Stellung bezog und schon in jungen Jahren als Buchautor hervortrat.

Seit 1965 war Scheer Mitglied der SPD. Seit 1980 war er Mitglied des Deutschen Bundestages und von 1993 bis 2009 auch Mitglied des SPD-Bundesvorstandes.

Er war Präsident und Gründer der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien EUROSOLAR e.V. und Vorsitzender des Weltrats für Erneuerbare Energien (WCRE). 1999 wurde ihm der Alternative Nobelpreis verliehen, 1998 erhielt Scheer für sein Umwelt-Engagement den Weltsolarpreis.

Als sein größter politischer Erfolg gilt vielen die Gründung der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien, IRENA, im Jahr 2009.

Wenige Tage vor seinem Tod ist sein jüngstes Buch „Der energethische Imperativ“ erschienen.

Hermann Scheers Gedanken und Ideen werden auch nach seinem Tod für die sozialdemokratische Orientierung im Deutschen Bundestag prägend sein.

Wir trauern um Hermann Scheer

Heute, am Morgen des 15. Oktober, erreicht uns die Nachricht vom Tod unseres langjährigen Bundestagskollegen und SPD-Genossen Hermann Scheer, Mitglied auch der Parlamentarischen Linken der SPD-Bundestagsfraktion.
Wir sind tief bestürzt und schockiert angesichts dieser völlig unerwarteten, traurigen Nachricht. Hermann Scheer war immer ein mutiger, visionärer Politiker, für den in den konkreten Utopien der Auftrag und die Hoffnung auf das bessere Leben für die Menschen lag. Er hat für die Sonnenenergie gekämpft, als man dafür noch als Außenseiter geschmäht wurde.
Weit über Deutschland hinaus wirkt sein Einsatz für das Erneuerbare Energien Gesetz, das in wesentlichen Teilen aus seiner Feder stammte. Es wurde inzwischen in vielen Ländern übernommen und spielt eine entscheidende Rolle bei der Schaffung eines nachhaltigen Umweltbewusstseins und einer fortschrittlichen wirtschaftlichenWertschöpfung.
Doch nicht nur als „Hero of the green century“ und Vorsitzender der von ihm mit gegründeten Gesellschaft Euro-Solar hat Hermann Scheer einen unschätzbaren Einfluss ausgeübt, sondern er hat mit seinem umfassenden Engagement, mit seinem sozialen und ökologischen Bewusstsein und seinem unerschütterlichen und unermüdlichen Eintreten für eine solidarische Gesellschaft stets ein Beispiel gegeben für politisches und bürgerschaftliches Engagement im besten sozialdemokratischen Sinne. Über den Umweltbereich hinaus hat er damit feste Orientierungspunkte gesetzt auch in der Sicherheits- und Asylpolitik, durch sein Engagement zur Bundesbahn zum Widerstand gegen neoliberalen Privatisierungswahn gemahnt und mit seinem Einsatz in Baden-Württemberg, zuletzt im Zusammenhang mit dem Projekt „Stuttgart 21“, zu bürgerschaftlichem Engagement ermutigt und den Schulterschluss mit der Zivilgesellschaft gesucht.

Im Rahmen der Parlamentarischen Linken der SPDBundestagsfraktion trat Hermann Scheer erst vor einer Woche im Rahmen einer Abendveranstaltung zu dem von ihm mit gegründeten Institut Solidarische Moderne auf, mit dem er auf der politischen Linken einen Dialog über Parteigrenzen hinaus angestoßen hat. Hermann Scheer hat Spuren hinterlassen in Köpfen und Herzen, in Gesetzen und gesellschaftlicher Wirklichkeit.

Wir werden ihn nicht vergessen.

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